Klang bei Senioren und Menschen mit Demenz

Die Peter Hess®-Klangmassage ist eine ganzheitliche Entspannungsmethode. Während einer Klangmassage und Klangreise entsteht eine Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit. Stress, Ängste, Sorgen und Zweifel können losgelassen werden.

Die Klänge und Schwingungen von Klangschalen fördern, begleiten und unterstützen den Zugang zu Menschen mit Demenz, indem die Sinne als Brücke genutzt werden.

Ihre Lebenssituation ist oft von Unsicherheit, Desorientierung und Ängsten geprägt. Die Sinnesförderung steht im Vordergrund. Dabei wird auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen. Sie erfahren ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit und bauen dadurch Unsicherheiten und Ängste ab. Hier liegt der Schwerpunkt der Klangarbeit nicht auf Heilung, sondern auf Entspannung und Wohlbefinden, auf Wahrnehmungserfahrungen und angenehmem Körpererleben. Dadurch wird das Selbstwertgefühl gefördert und die Lebensqualität gesteigert.

Dazu kommen die Klangschalen als auditive (hören), taktile (fühlen), vibratorische, visuelle (sehen), olfaktorische (riechen) und sogar gustatorische (schmecken) Wahrnehmungsangebote gezielt zum Einsatz.

Der wertschätzende Grundansatz der Akzeptanz ermöglicht einen einfachen Zugang zu den betroffenen Menschen. Das Erfühlen mit den Sinnen steht im Vordergrund. Daher werden die Menschen nicht überfordert.

Foto© Stefanie Aumund-Kopp

In der Klangarbeit werden in der Regel immer mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen. Selbstverständlich kann man Schwerpunkte setzen und einzelne Sinne besonders ansprechen. Trotzdem überfordert diese Entspannungsmethode den Erkrankten nicht.

Klang begleitet uns vom Anfang unseres Menschseins an. Schon vorgeburtliche Erinnerungen an Klang, z.B. die Stimme unserer Mutter, aber auch Schwingungen und Vibration sind uns vertraute Empfindungen. Sie lassen sich auf allen Ebenen spüren und so erreichen sie den Betroffenen ganz sicher – irgendwo.
Anhand der Reaktionen während und nach einer Klang-Entspannung, meist nonverbal, z.B. durch Mimik, Veränderung der Atmung oder des Muskeltonus, kann eine häufig sehr eindeutige Kommunikation beschrieben werden.

Es werden lieber einzelne Elemente mit Sanftheit und Achtsamkeit ausgeführt. Wiederholungen sind im Klangerleben gewünscht, denn das schafft Vertrauen und Sicherheit. Erklärungen erleichtern die Akzeptanz.

Die Begegnungen in der Klangarbeit berühren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch immer den Gebenden. Es entsteht ein Gefühl der Verbundenheit. Der Gebende ist der Empfangende, der Empfangende die Quelle. Die Kommunikation erfolgt auf einer emotionalen Ebene und lässt den Kontakt zueinander leichter werden.

Foto© Stefanie Aumund-Kopp

Dabei bleibt der an Demenz erkrankte Mensch in seiner gerade persönlichen Situation für ein momentanes Klangangebot der Richtungsweisende. Auch die pflegerische Situation muss berücksichtigt werden.

Wir erreichen das Ziel von Wohlbefinden, Sicherheit und Geborgenheit sowie Freude und freudiges Miteinander in relativ kurzer Zeit. Das emotionale Gedächtnis bleibt ein Leben lang aktiv.

Das Herz wird nicht dement.

Foto©: Stefanie Aumund-Kopp

Textquelle: Ausbildungsunterlagen von Rosemarie Bleil, Gabriele Esser, Mathilde Tepper, Peter Hess® Institut (PHI)